2023 - 2025
Diversitätsfonds NRW - Filmproduktion
Künstlerische Dokumentation "Die verlorene Sprache"
...Im Oktober 2004 rief ich morgens bei Arte an, nur um meinen Newsletter zu abzubestellen..
Während des Gesprächs kippte ich vom Stuhl und war kurz ohnmächtig.
In der Notaufnahme machte man kein CT und schickte mich stattdessen noch am selben Tag in die geschlossene Psychiatrie.
Dort begann diese Phase, die meine Sprache und mein Leben für immer
veränderte...
Der Film öffnet Türen zu einer Welt, die hart, unmittelbar und lebendig ist.
Menschen, deren Worte fehlen, ihre
Familien und die Profis, die alles
daransetzen, sie sichtbar zu machen...
Die verlorene Sprache – Beitrag in der WDR Lokalzeit (9. Juli 2025)
Angebot Filmvorführung mit anschließender Gesprächsrunde
"Die verlorene Sprache" von Samira Klaho
Mein aktueller künstlerisch-dokumentarischer Film beschäftigt sich mit den tiefgreifenden Auswirkungen von Aphasie , auf Kommunikation, Selbstbild und das soziale Umfeld. (In Deutschland leben etwa 275.000 Menschen mit einer Aphasie. Damit sind es ungefähr doppelt so viele wie gehörlose Menschen.) Der Film dauert knapp zwei Stunden und wurde im April 2025 fertiggestellt. Derzeit befindet er sich in der Festivalphase.
Es handelt sich um einen künstlerisch-dokumentarischen Beitrag zur Aufklärung über Aphasie, den ersten seiner Art weltweit. Ziel ist es, Bewusstsein zu schaffen für Menschen, deren Sprache durch eine Hirnschädigung verloren ging, und für die gesellschaftlichen Strukturen, die sie umgeben.
Der erfahrene Produzent Martin Hagemann aus Berlin (bekannt durch zahlreiche preisgekrönte Filme und Professor für Filmproduktion) hat den Film bereits gesehen. Seine Rückmeldung war sehr positiv. Besonders betonte er, dass sich der Film hervorragend für berufliche Kontexte eignet, etwa zur Sensibilisierung und Weiterbildung in Therapie, Pflege, medizinischer Versorgung oder in der Arbeit mit Angehörigen.
Auf seinen Rat hin biete ich nun moderierte Filmvorführungen an, gezielt für Gruppen wie:
* Menschen mit Aphasie
* Angehörige
* Logopädinnen und Therapeutinnen
* medizinisches Fachpersonal
* Pflegekräfte
* Psycholog*innen und psychosoziale Fachkräfte
* Fachstellen für Inklusion und Teilhabe
* sowie Schulklassen oder junge Erwachsene in Ausbildung
Im Anschluss an die Vorführung findet eine moderierte Gesprächsrunde oder Podiumsdiskussion statt. Dabei können Fragen gestellt und Themen vertieft werden. Ziel ist es, Austausch, Verständnis und fachliche Reflexion zu fördern.
Gerade für junge Menschen ist eine frühe Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig. Sprachverlust oder neurologische Erkrankungen können Familien unvermittelt treffen, unabhängig vom Alter. Wer ein Bewusstsein dafür entwickelt, reagiert im Ernstfall mit mehr Verständnis und kann gezielter helfen.
Wichtig: Diese Veranstaltungen biete ich im professionellen Rahmen auf Honorarbasis (inkl. Hotelübernachtung, falls außerhalb von Recklinghausen bzw. ab ca. 80–200 km Entfernung) an. Den genauen Ablauf und die Konditionen bespreche ich gern individuell.
Wenn Sie grundsätzliches Interesse haben oder Fragen, freue ich mich über Ihre Rückmeldung. Für ein telefonisches Gespräch stehe ich selbstverständlich gern zur Verfügung. Sollte eine Umsetzung derzeit nicht möglich sein, freue ich mich, wenn Sie das Angebot für einen späteren Zeitpunkt vormerken.
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Synopsis
Die verlorene Sprache
Ein künstlerischer Dokumentarfilm über Aphasie
Der Dokumentarfilm „Die verlorene Sprache“ begleitet vier Menschen mit Aphasie, dem teilweisen oder vollständigen Verlust von Sprache, Lesen und Schreiben nach einem neurologischen Ereignis, meist einem Schlaganfall. Aphasie betrifft allein in Deutschland rund 275.000 Menschen, damit sind es etwa doppelt so viele wie gehörlose Menschen und doch ist die öffentliche Wahrnehmung gering.
Der Film erzählt nicht nur vom Verstummen an der Oberfläche, sondern von einer tiefgreifenden Form der Entschleunigung: Kommunikation wird auf null zurückgesetzt. Was bleibt, ist das Ringen um Verbindung, um Würde, um Identität.
Er zeigt das Innenleben der Betroffenen und richtet den Blick zugleich auf die Reaktionen der Gesellschaft: Unsicherheit, Überforderung, Abwehr – aber auch Nähe, wenn sie gelingt. Die Protagonist:innen begegnen einer Welt, die stark auf Sprache basiert, während sie selbst plötzlich sprachlich „unsichtbar“ werden. Diese Unsichtbarkeit zeigt sich in Blicken, Reaktionen und Strukturen, in der Bürokratie, in der Medizin, in der Öffentlichkeit.
Dabei geht es nicht um Defizite, sondern um eine andere Art, Welt zu erfahren und in Beziehung zu treten. Menschen mit Aphasie verlieren weder ihre Intelligenz noch ihre Emotionalität. Es geht um ein Weiterleben in veränderter Form, mit neuen Rhythmen, aber auch mit neu entdeckten Qualitäten von Nähe und Ausdruck.
Der Film arbeitet mit poetischen Bildern, ruhigen Bewegungen und einer entschleunigten Filmsprache. Er nimmt sich Zeit, er urteilt nicht. Die Kamera ist nah an den Menschen, auf Augenhöhe, mit Zärtlichkeit, Respekt und Aufmerksamkeit.
Für mich als Regisseurin, selbst seit 21 Jahren Aphasikerin, ist dieser Film ein persönlicher Blick von innen nach außen. Es geht mir darum, Sichtbarkeit zu schaffen für eine Gruppe, die kaum eine Lobby hat. Menschen mit Aphasie fallen oft durch alle Raster, zwischen Medizin, Reha, Alltag und Politik.
Die verlorene Sprache fragt nicht nur, was Aphasie bedeutet, sondern auch, was es heißt, Teil einer Gesellschaft zu sein, die Sprache als Grundlage für Teilhabe, Beziehung und Identität sieht.
Der Film richtet sich nicht nur an Fachpublikum, sondern ausdrücklich auch an Familien und Bezugspersonen, als präventiver, aufklärender Beitrag. Denn meist wissen Angehörige erst im Akutfall, was Aphasie bedeutet. Der Film sensibilisiert frühzeitig: für den Umgang, für emotionale Prozesse, für Haltungen, die tragen können. Auch Kinder und Jugendliche finden über Bildsprache und Erzählweise einen Zugang.
Die verlorene Sprache wurde gefördert durch den Diversitätsfonds NRW und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Er ist barrierefrei, mit Versionen in leichter Sprache, mit Untertiteln, Audiodeskription und englischen Untertiteln.
Der Film lädt ein zu einer neuen Perspektive auf das Menschsein, jenseits sprachlicher Ausdrucksfähigkeit. Er öffnet Räume für Fragen: Was ist Nähe ohne Worte? Wie sieht Kommunikation aus, wenn Sprache fehlt? Was bleibt? Und: Wie kann eine Gesellschaft sensibler werden für die leisen Töne des Lebens?
Die verlorene Sprache ist offen für ein diverses Publikum, von inklusiven Bildungseinrichtungen über Familien bis hin zu medizinischen und therapeutischen Fachkreisen.
Synopsis
The Lost Language An artistic documentary about aphasia
The documentary The Lost Language follows four individuals living with aphasia—the partial or complete loss of the ability to speak, read, and write after a neurological event, often a stroke. In Germany alone, approximately 275,000 people are affected by aphasia—about twice as many as the number of deaf individuals—yet public awareness remains low.
The film delves not only into the outward silence but also into a profound deceleration: communication is reset to zero. What remains is the struggle for connection, dignity, and identity.
It explores the inner lives of those affected while also examining society's responses: uncertainty, overwhelm, rejection—and, when successful, closeness. The protagonists face a world deeply rooted in language while they themselves suddenly become linguistically "invisible." This invisibility manifests in glances, reactions, and societal structures—in bureaucracy, medicine, and public life.
The focus is not on deficits but on a different way of experiencing the world and forming relationships. People with aphasia retain their intelligence and emotional depth. It is about continuing life in a transformed way—with new rhythms, disruptions, but also newly discovered qualities of closeness and expression.
The film employs poetic imagery, gentle movements, and a slowed-down cinematic language. It takes its time and does not judge. The camera remains close to the people, at eye level—with tenderness, respect, and attentiveness.
For me, as a director—and someone who has lived with aphasia for 21 years—this film is a personal perspective from the inside out. I aim to create visibility for a group that has little advocacy. People with aphasia often fall through the cracks—between medicine, rehabilitation, daily life, and politics.
The Lost Language does not only ask what aphasia means but also what it means to be part of a society that sees language as the basis for participation, relationships, and identity.
The film is not only intended for professionals but also explicitly for families and caregivers—as a preventive and educational contribution. Relatives often only learn what aphasia entails when faced with an acute situation. The film raises early awareness: for interactions, emotional processes, and supportive attitudes. Children and adolescents, too, can connect to its visual storytelling and narrative approach.
The Lost Language was supported by the NRW Diversity Fund and the Ministry of Culture and Science of the State of North Rhine-Westphalia. It is accessible, with versions in plain language, subtitles, audio descriptions, and English subtitles.
The film invites a new perspective on what it means to be human—beyond linguistic expressiveness. It opens up spaces for questions: What is closeness without words? What does communication look like when language is absent? What remains? And: How can a society become more sensitive to life's quieter tones?
The Lost Language is open to a diverse audience—from inclusive educational institutions to families, as well as medical and therapeutic professionals.
Setfotografie von Samira Klaho